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Warum das Wochenbett mehr ist als Erholung

29. Juli
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 43 Minuten

Eine Hand massiert sanft den Handballen der anderen Hand


Nach der Geburt ist der Körper der Mutter erschöpft. Das ist offensichtlich. Was weniger bekannt ist: Im Ayurveda gilt das Wochenbett als eine Zeit, in der etwas sehr Kostbares auf dem Spiel steht – das Ojas.



Was ist Ojas?

Ojas ist ein Begriff aus dem Ayurveda und lässt sich am ehesten als Lebensessenz übersetzen. Es ist die feinste Kraft unseres Körpers und bildet die Grundlage unserer Vitalität, Immunität und geistigen Klarheit. Menschen mit starkem Ojas sind widerstandsfähig, ausgeglichen und selten krank.

Wir werden mit einer bestimmten Menge davon geboren. Dieser angeborene Anteil bleibt unverändert und begleitet uns ein Leben lang. Er bildet unsere Grundvitalität und ist deshalb von grosser Bedeutung. Interessanterweise wird er bereits früh geprägt: während der Schwangerschaft durch die Ernährung und den Zustand der Mutter, sowie in den ersten 90 Tagen nach der Geburt. Was die Mutter in dieser Zeit isst, wie sie sich erholt und ob sie stillt – all das hat einen direkten Einfluss auf diesen Grundstock, den das Kind ein Leben lang mit sich trägt.


Darüber hinaus produziert unser Körper ständig neues Ojas. Dieser Anteil lässt sich durch unseren Lebensstil, unsere Ernährung und unsere Gewohnheiten täglich beeinflussen.


Was passiert mit der Lebensessenz bei der Geburt?

Schwangerschaft und Geburt fordern enormen Einsatz auf körperlicher, hormoneller und emotionaler Ebene. Während der Schwangerschaft gibt die Mutter einen Teil ihrer Lebensessenz an das Kind weiter. Die Geburt selbst beansprucht den Körper zusätzlich. Die Lebensessenz der Mutter ist deshalb nach der Geburt reduziert und muss wieder aufgebaut werden.

Das Wochenbett ist deshalb aus ayurvedischer Sicht keine Frage des Komforts, sondern eine medizinische Notwendigkeit.


Wie wird die Lebensessenz im Wochenbett wieder aufgebaut?

Für den Aufbau sind diese drei Dinge wichtig: Wärme, Ruhe und Nährung.


Wärme

Kälte schwächt das Verdauungsfeuer und damit den Stoffwechsel und die Produktion von Ojas. Warme Speisen, warme Getränke und Ölmassagen unterstützen den Körper gezielt.


Ruhe

Ojas entsteht nicht unter Stress. Fehlender Rhythmus, Schlafmangel und emotionale Belastung zehren es auf. Eine Mutter, die sich ausruhen darf, kann ihre Lebensessenz wieder aufbauen. Eine Mutter, die funktionieren muss, verliert sie weiter. Massagen spenden ihr Kraft.


Nährung

Bestimmte Lebensmittel gelten im Ayurveda als besonders aufbauend: z.B. Ghee, Kuhmilch, Datteln, Mandeln, Safran. Gleichzeitig ist der Einsatz von Gewürzen wie Kreuzkümmel, Ingwer und Kurkuma von grosser Bedeutung, weil sie den geschwächten Stoffwechsel optimal unterstützen. Das Kräuteröl enthält Kräuter, die das Gewebe der Mutter stärken und nähren.


Muttermilch als Geschenk ans Kind

Gute Muttermilch beeinflusst den Ojas-Aufbau des Babys während den ersten 90 Tagen. Was die Mutter isst, wie sie schläft und wie gut sie sich erholt beeinflusst die Qualität ihrer Milch und damit die Gesundheit des Kindes. Was der Mutter guttut, fliesst direkt ins Kind.


Was das für das Wochenbett bedeutet

Das Wochenbett ist eine bedeutsame Zeit für die Mutter und das Kind. Mit der richtigen Begleitung, Ernährung und Fürsorge kann sie gestärkt aus dieser Phase hervorgehen – körperlich wie seelisch.




Du kümmerst dich um dein Baby – ich kümmere mich um dich.




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